Samstag, 22. November 2014

Bonjour

... und will­kom­men! Hier finden Sie (ohne Nen­nung von Be­­triebs­­ge­­heim­­nis­sen) klei­­ne Ein­­­blicke in mei­nen All­­tag — und kön­nen mehr über Sprachberufe erfahren.
­
Ich biete an:
C. Elias, +49 (0) 172 499 8902
caroline[at]adazylla.de
— bilaterales DOLMETSCHEN DE ⇆ FR und aus dem Englischen mit den Schwerpunkten Poli­tik, Diplomatie, Wirtschaft und Handel, Luxusgüter, Bildung und Soziales, EU-Se­mi­na­re, Medien, Kino, Film- und Kul­tur­­wirt­­schaft, deutsch-französische Be­zie­hun­gen und Lan­des­kun­de, (In­nen-)Ar­chi­tek­­tur und Ur­ba­nis­mus, Li­te­ra­tur, Ge­schich­te Berlins und der DDR, Afrika (Wirt­schaft und Soziales)
ÜBERSETZEN ins Deutsche, z.B. Dreh­buch, Förderantrag, Katalog, Korrespondenz
— bei Konferenz, Filmdreh, Verhandlung usw.
— für Politiker (*), Wissenschaftler, Fir­men- und Pri­vat­kun­den, Filmmitarbeiter usw.
ZUSAMMENSTELLUNG von Teams

Ich berate persönlich per Telefon oder Mail, denn jede Anfrage ist anders, jedes Thema besonders, kurz: Ihre Gäste und Kunden haben den besten Service verdient und kein Angebot von der Stange, das in Asien genäht (bzw. vom Sprachmakler, das an den/die Billigsten vertickt) wird.

Außerdem bin ich versiert in den Bereichen:

— Synchronbücher für Dokumentarfilm, Untertitel, Übertitel (Theater)
— Audio­des­krip­tion für Sehbehinderte bzw. Untertitel für Hör­­geschädigt­e, Er­stel­lung und Lek­to­rat, in Zusammenarbeit mit einer langjährigen Regieassistentin
 — Texten, Rewriting und Recherche (Themen auf Anfrage). Als Autorin/Koautorin war ich bislang namentlich an drei Büchern beteiligt.


Hier, zu welchen Inhalten ich 2013 aktiv war plus einige Referenzen.
Gerne erstelle ich ein kostenfreies Angebot! Über caroline[at]adazylla.de und mobil können Sie mich erreichen. Unabhängige Dolmetscher, keine Makler oder Agentur! Interprète indépenante, pas d'agence  ! Berlin, Französisch, Deutsch, Simultandolmetschen, Konferenz, VIPs, Untertitel, Begleitdolmetschen, simultan, synchron, konsekutiv, Beratung, conférence, français, allemand, Hambourg, Cologne, Munich, Paris. 
(*) und selbstverständlich jeweils auch die -innen!
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Foto: Friederike Elias

Freitag, 21. November 2014

Synchrondolmetscher?

Liebe Leserin, lieber Leser, hier schreibt eine Dolmetscherin und Über­setzerin. Mit meinen Fachgebieten kümmere ich um Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Kino.

Blick auf den Schreibtisch, Diktiersoftware in Arbeit
"Guten Tag, hier ist die Firma Filmhütte aus M., bin ich da richtig bei Dolmetschern?"

"Ja, Sie sind hier richtig, ich bin Dolmetscherin und Teil eines Kollegennetzwerks!"

"Ich suche eine Syn­chron­dol­met­scherin. Könnten Sie mir helfen?"

"Vermutlich ja. Was suchen Sie genau?"

"Einen Synchrondolmetscher oder eine Synchrondolmetscherin!"

"Was verstehen Sie denn darunter?"

"Synchrondolmetscher? Ich denke, Sie sind der Profi!"

Spracharbeiter finden das witzig. Der kurze Dialog ist aber kein Witz, denn er be­darf einer Erkärung für Außenstehende.

Synchron: Vertonung von Filmen in einer anderen Sprache. Nach einer Roh­über­setzung wird das Dialogbuch mundgerecht getextet, dann sprechen Schauspieler die in "Takes" eingeteilten Dialogfetzen ein, dann wird das Ganze gemischt.
Dolmetschen: Übertragung von gesprochener Sprache, was nahezu zeitgleich (si­mul­tan) oder in Pausen hinein (konsekutiv) geschehen kann.

Die häufigste Dolmetschart heißt Simultandolmetschen, der Arbeitsort ist die Dol­metsch­ka­bi­ne; die Synchronarbeit findet im Synchronstudio statt.

Die Dame braucht unsere Hilfe für eine Konferenz.

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Foto: C.E. (Archiv)

Donnerstag, 20. November 2014

Speisenfolge

Bienvenue auf den Sei­ten ei­nes vir­­tu­­el­­len Ar­beits­­ta­­ge­buchs aus der Welt der Sprachen. Ich bin Dolmetscherin und Übersetzerin für die französische Sprache und aus dem Englischen. Derzeit ist hier viel zu tun, deshalb werden die Einträge kürzer.

Wir leben von Sprache
Texte lektoriert, viele Buch­sta­ben herausgelesen: Jetzt koche ich uns daraus rasch eine Buchstabensuppe. Der Kollege steuert Text­schnitzel bei.

Dazu gibt's Kraut und Rüben aus einem Entwurf, der so wenig ausgegoren war, dass wir ihn vor dem Über­setzen ans Autorenteam zu­rück­ver­wie­sen haben.

Dazu genießen wir einen kleinen Wortsalat.

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Illustration: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 19. November 2014

POV III

Bonjour und gu­ten Tag! Hier bloggt eine Dol­met­scher­in und Über­setzerin. Heute folgt wieder meine Reihe POV, Point of view. Das ist der nur knapp kommentierte sub­jek­ti­ve Blick aus der Spracharbeit.

théâtre d'ombres chinoises
"Sie können das jetzt auch hier ab­le­sen!", sagt die Mi­nisterin und weist auf ihr Ma­nuskript, nachdem der Dol­met­scher zu­nächst abseits gestanden hat, um seine No­ti­zen in den Block zu schrei­ben. Er nimmt das Angebot gerne an und nä­her­t sich dem Steh­pult, einer willkommenen Schreibunterlage. Dann no­tier­t er sich weiter, was die Dame zu sagen hat.

Dolmetschnotizen sind Gedankenstützen, und sie machen Strukturen von Reden, die dann freier übertragen werden, sichtbar.

Traduction à vue, vom Blatt dolmetschen, was die Ministerin implizit vor­ge­schla­gen hat, ist eine andere Arbeitsweise. Dazu benötigen wir die Redentexte, die ab­ge­le­sen wer­den, im Voraus, um die Texte durchzugehen und mit visuellen Le­se­zei­chen zu mar­kie­ren.

"Der Fotograf, die Ministerin und ihr Dolmetscher": Der Titel des Bildes klingt nicht zufällig nach Film, es gibt dieser Tage viel in Sachen Kino, Film, Internet und der­glei­chen zu besprechen.

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Foto: C.E. (Wer sieht das Kameraobjektiv?)

Samstag, 15. November 2014

Glossare

Hal­lo und gu­ten Tag! Hier bloggt ei­ne Sprach­ar­bei­ter­in. Ich über­setze und dol­met­sche, dabei stehen die Sprachen Französisch (als Ausgangs- und Zielsprache) und Englisch (nur als Ausgangssprache) in meinem Fokus.

Dabei arbeiten wir mit Wörterbüchern, eigenen Lexiken und fremden Glossaren. Im Internet gibt es zum Glück immer mehr davon. Hier ein guter Link: Terminology websites.

zum Teil unsortiert, weil in Arbeit
Die Liste führt als Portal Sei­ten auf, bei denen auch die Nutzer ihre Listen hoch­la­den, er­gän­zen und teilen können. Diese Art von weltweitem, nicht pro­fit­ori­en­tiertem Aus­tausch ge­fällt mir sehr gut.

Mal sehen, wann unsere kom­bi­nier­te Urbanismus-Wohn­bau-Mo­der­ni­sie­rungs­lexik (siehe Bild) so weit ist, dass wir sie teilen können.

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Illustration: C.E. (work in progress)

Mittwoch, 12. November 2014

Reinschrauben

Hallo! Willkom­men! Schön, dass Sie auf den Sei­­ten meines Blogs ge­­lan­­det sind. Hier schrei­be ich über meinen Sprach­­be­­ruf: Ich bin Dol­­met­­scher­in und Über­­setzerin für die französische Sprache (und aus dem Englischen).

Den schönen, langen Sommer über haben wir jeden Tag ein wenig gelernt, oft eine Stunde lang oder zwei, nicht viel jeden Tag, dafür oft auch samstags oder sonn­tags. Hin­tergrund: Bereits vor Sommerbeginn waren wir für eine drei Monate spä­ter statt­fin­den­de Konferenz zum Thema Gesundheitsmanagement gebucht. Also haben wir uns mit der Organisation von Kran­ken­häu­sern beschäftigt, mit der Be­nen­nung von Sta­ti­o­nen, Pflegepersonal, häufigen Krankheiten in der Not­auf­nah­me etc.

Eine Art medizinischer Grundbleiche war inbegriffen. Gelernt ha­be ich mit fran­zö­si­schen Schulungsunterlagen von Pflegekräften, die im Netz öf­fent­lich zugänglich waren, außerdem mit Kursen auf akademischem Niveau, den sogenannten MOOCs.

Verschattungselemente
Ein Massive Open Online Course ist ein Se­mi­nar, das oft aus regulären Hoch­schul­an­ge­boten hervorgegangen ist. Hier verbinden sich Vorlesungsanteile mit Tests und Haus­ar­bei­ten, die anzufertigen sind. Ergänzt wird das Ganze durch Online-Foren, auf denen sich die Teilnehmer austauschen können. Ich habe die ersten Kurse ohne ein Zertifikat absolviert, fange aber jetzt an, mich auch offiziell an­zu­mel­den und "Punkte" zu sam­meln.

Zu Herbstanfang hatten wir dann wiederholt Kunden aus dem Bereich Ge­sund­heits­ma­nage­ment, Seuchenbekämpfung und ver­nach­läs­sig­te Tropenkrankheiten. Am Ende sind wir von unseren Themen immer begeistert.

Irgendwie können wir uns in alle Themen reinschrauben. Oder doch eher so herum: Wir nehmen nur Themen an, die uns liegen und in denen wir gerne Zeit widmen. Die Freude steigt noch, wenn die Arbeit zur Zufriedenheit der Kunden ausfällt. Beim Abschiedsessen einer der Medizinkonferenzen erreichte uns die wunderbare Frage: "Haben Sie neben Gesundheitsmanagement noch andere Spezialisierungen?" Was für eine Freude! Wir haben es also vermocht, die vielen Profis angemessen rü­ber­zu­brin­gen und uns auch mit unseren eigenen Fragen bei Tisch nicht zu dis­qua­li­fi­zie­ren.

Dieser Tage habe ich mal wieder mit Baugruppen, genossenschaftlichem Wohnen und Passivhäusern zu tun. Samstag stehen wir in der Küche einer Kunst­ge­schicht­le­rin und eines Ga­le­ris­ten, die Architektin erklärt das von ihr gebaute Mehr­fa­mi­li­en­haus. Ich bin in Vorbereitung eines Dolmetschtermins hier und stelle eine Frage. Darauf die Ar­chi­tek­tin: "Ach, Sie sind Kollegin?"


Vokabelnotiz
Verschattungselemente — éléments d'ombrage oder einfacher volets
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Fotos: C.E., die  Häuser oben und unten (rechts)
stammen von Deimel Oelschläger Architekten

Dienstag, 11. November 2014

Rechenstündchen

Willkommen auf den Seiten meines virtuellen Arbeitstagebuchs. Hier schreibe ich über den Berufsalltag von Sprachmittlern, über Sprache, kulturelle Unterschiede und Bildungstehmen.

Spontan einsetzbar sind wir schon, aber auch nicht immer. Da sucht eine Firma für in zwei Tagen (!) eine Dolmetscherin mit Deutsch als Muttersprache für DE<>FR, so kürzen wir unsere Sprachen ab. Schauen wir genauer hin.
DRINGEND! Anreise übermorgen, Abreise zwei Tage später, 1. Abeitstag acht Stun­den, 2. Arbeitstag fünf Stunden, Gegenstand: Technische Schu­lung/Se­mi­nar, 80 Teilnehmer. Businesslook, Sicherheit im Sprechen vor Publikum, her­vor­ra­gen­de Kenntnis der betreffenden Sprachen. Rei­se-, Hotel- und Restau­rant­kosten werden übernommen, Preis für das Über­setzen: 60 Euro die Stunde. Mikrofon/Kopfhörer vorhanden.
Super, schick, großes Kino, seit wann setzen Kunden unser Honorar fest? Dieser Preis pas­­st nicht zum Berufsbild und eine Flüsteranlage ist bei derart langen Ver­an­stal­tun­gen ein Problem. Denn Räume sind laut, Sprecher auch, und wenn wir die ganze Zeit reinreden, steigt der Pegel für alle. Wer wie wir mit Sprache (also mit den Ohren) arbeitet, ist akustisch besonders empfindlich.

Die akustischen Bedingungen sind ein großer Stressor und oft Grund für vorzeitiges Ermüden. Ein solches Setting bedeutet: Hier knistert einer mit dem Bonbonpapier, der Assistent kommt kurz herein und sagt der Chefin etwas, einer niest, eine an­de­re schenkt sich spru­deln­des Mineralwasser nach und der Videobeamer brummt oh­ne­hin die ganze Zeit. Für normale Zuhörer mag das kein lautes Umfeld sein, für Dolmetscher, die sich selbst "reinsprechen", also möglichst akkurat "darunter" noch die Stimme der Redner hören müssen, ist es das schon.

Und handelt es sich hier um einen Zufall, dass hier nicht von ei­ner zwei­ten Kol­legin/einem zweiten Kollegen die Rede ist? Bei allem, was länger als 20, 30 Mi­nu­ten dauert, brauchen wir die zweite Kraft. Dolmetschen ist mentaler Leis­tungs­sport, Multitasking, dazu braucht es ein besonderes Training. Die einzelnen Dol­metsch­pha­sen sind wie Sprintläufe. Keinem Sprinter würde man abverlangen, in seinem Sprinttempo einen Marathon zu laufen.

Dass unsere Ar­beit hier "übersetzen" und nicht "dol­mets­chen" genannt, wird, ge­schenkt!

Hier unsere Art des Rechnens:
(Tagessatz 750 Euro) hoch 2 plus Überstundenzuschlag (ab sechs Stunden netto) von 120 Euro pro Dolmetscher(in) vor Steuern plus Nebenkosten (Technik, Reise, Kost/Logis), Reisezeitvergütung am 12.11.


In Berlin koste die Stunde Wahrsagen bei der beliebtesten Glaskugeldame hun­dert Euro, so die Kolleginnen, und man müsse acht bis zwölf Wochen auf einen Termin warten. Ich weiß schon gleich und ganz kostenlos, dass sich auf die Suchmeldung da oben kein Profi melden wird.


P.S.: Die Tagessätze sind nur ein Beispiel und können bei sehr anspruchsvollen Themen auch darüber liegen. Bei längeren oder regelmäßigen Einsätzen sowie weniger gut dotierten Kunden oder für Projekte, die aber wichtige und span­nen­de Ziele verfolgen, geben wir Nachlässe.
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Illustration: eigene Tabelle

11.11.

Hallo! Sie haben zu­fäl­lig oder ab­sicht­lich eine Seite meines digitalen Ar­­beits­­ta­­ge­­buchs auf­ge­schla­gen. Ich bin Dol­metscherin und Übersetzerin für Politik, Wirt­schaft, Me­dien, Soziales und Kultur.

Gleich noch ein Gedenktag, dieser 11. November, und nein, ich meine nicht "elf Uhr elf", den Beginn des Karnevals und der "fünften Jahreszeit". In Frankreich ist heute Feiertag zum Gedenken an den Waffenstillstand des Ersten Weltkriegs. Für mich ist und bleibt dieses Aufeinandertreffen merkwürdig.

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Foto: folgt

Montag, 10. November 2014

Filmtipps

Bonjour, guten Tag! Sie lesen im ersten Dolmetschweblog aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Derzeit hält Deutschland inne und gedenkt der Geschichte. Dazu einen Medientipp.

Vor genau 76 Jahren bekam die Judenverfolgung durch die Nazis zum ersten Mal an vielen Orten gleichzeitig eine eindeutige, brutale Gestalt. Kurios, dass sich die Reichsprogromnacht und so viele andere Ereignisse in Deutschland das Schick­sals­da­tum 9. November teilen müssen.

Die französische Fernsehprogrammzeitschrift Télérama zeigt dieser Tage einen Do­ku­men­tarfilm im Netz über die Geschichte einer jungen jüdischen Frau im von den Deutschen be­setzten Paris. (Leider ist der Film nicht untertitelt. Er zeigt aber viel Foto- und Filmmaterial aus der Zeit und sehr behutsam gefilmte "Subjektiven", die vor allem aus Blicken auf architektonische Details bestehen.)

Hélène Berr, une jeune fille dans Paris occupé via Telerama_Doc, Regie: Jérôme Prieur.

Hélène Berr (1921-1945)
Hélène Berr, sie studierte damals Li­te­ra­tur und Sprachen, war einige Jahre älter als Anne Frank und ist im selben Lager gestorben, ebenfalls kurz vor der Be­frei­ung.

Der Film basiert auch auf einem Tagebuch, das vor einigen Jahren auch auf Deutsch vorgelegt worden ist.


Sprung in die Gegenwart, gleich noch ein Filmtipp: Von Marie-Monique Robin äuft noch bis morgen am frühen Abend "Wachstum, was nun?" im Arte-Wie­der­ho­lungs­ka­nal Arte+7. In Zeiten, in denen die Anfälligkeit unseres Lebensraums längst au­gen­fäl­lig geworden ist, rufen viele weiterhin ständig nach mehr Wachstum. Was wäre ein alternatives Wirtschaften jenseits der Größer-weiter-schneller-Logik?

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Foto: Hélène Berr