Donnerstag, 2. April 2015

Bonjour

... und will­kom­men! Als Dol­met­scher­in und Über­setz­er­in mit Schwer­punkt Wirt­schaft, Po­li­tik und Film kön­nen Sie mich bu­chen. Auf den nächsten Sei­ten be­schrei­be ich (meistens ver­all­ge­mei­nert) ty­pi­sche Mo­men­te aus dem Be­rufs­all­tag.

Caroline Elias, +49(0)172 499 8902
Derzeit am besten mobil erreichbar!
Ich biete an:
— bilaterales DOLMETSCHEN DE ⇆ FR und aus dem Englischen mit den Schwerpunkten Poli­tik, Medien, Wirtschaft und Handel, Luxusgüter, Bildung und Soziales, EU-Se­mi­na­re, Kino-, Film- und Kul­tur­­wirt­­schaft, deutsch-französische Be­zie­hun­gen und Lan­des­kun­de, (In­nen-)Ar­chi­tek­­tur und Ur­ba­nis­mus, Li­te­ra­tur, Ge­schich­te Berlins und der DDR, Afrika (Wirt­schaft und Soziales)
ÜBERSETZEN ins Deutsche, z.B. Dreh­buch, Förderantrag, Katalog, Korrespondenz
— bei Konferenz, Filmdreh, Verhandlung usw.
— für Politiker (*), Wissenschaftler, Fir­men- und Pri­vat­kun­den, Filmmitarbeiter usw.
ZUSAMMENSTELLUNG von Teams

Ich berate persönlich per Telefon oder Mail, denn jede Anfrage ist anders, jedes Thema besonders, kurz: Ihre Gäste und Kunden haben den besten Service verdient und kein Angebot von der Stange, das in Asien genäht (bzw. vom Sprachmakler, das an den/die Billigsten vertickt) wird.

Außerdem bin ich versiert in den Bereichen:

— Synchronbücher für Dokumentarfilm, Untertitel, Übertitel (Theater)
— Audio­des­krip­tion für Sehbehinderte bzw. Untertitel für Hör­­geschädigt­e, Er­stel­lung und Lek­to­rat, in Zusammenarbeit mit einer langjährigen Regieassistentin
 — Texten, Rewriting und Recherche (Themen auf Anfrage). Als Autorin/Koautorin war ich bislang namentlich an vier Büchern beteiligt.


Hier, zu welchen Inhalten ich 2014 aktiv war plus einige Referenzen.
Gerne erstelle ich ein kostenfreies Angebot! Über caroline[at]adazylla.de und mobil können Sie mich erreichen. Unabhängige Dolmetscher, keine Makler oder Agentur! Interprète indépenante, pas d'agence  ! Paris, France, Berlin, Französisch, Deutsch, Simultandolmetschen, Konferenz, VIPs, Untertitel, Begleitdolmetschen, simultan, synchron, konsekutiv, Beratung, conférence, français, allemand, Hambourg, Cologne, Munich, Paris, interprète de conférence et d'accompagnement, chuchotage.
(*) und selbstverständlich jeweils auch die -innen!
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Foto: Friederike Elias

Mittwoch, 1. April 2015

Unnütz

Hal­lo und herzlich will­kom­men! Sie lesen in meinem digitalen Arbeitstagebuch. Ich arbeite als Über­setz­er­in und Dol­met­sche­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che in Paris, Berlin, Frankfurt und dort, wo mich meine Kunden brauchen, die aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Soziales und Kultur kommen. Heute muss ich über einen kleinen Skandal berichten.

Couple franco-allemand: Au-delà des gestes, il faut passer aux actes
"Auf Worte müssen jetzt Taten folgen"
"Es gibt nichts Unnützeres als Deutsch", sagte heute Mo­de­ra­tor Thomas Sotto zu Da­niel Cohn-Bendit, der im von Sotto moderierten Früh­pro­gramm "Europe Matin" re­gel­mä­ßig seine Gastkommentare abgibt. Das kurze Gespräch war eigentlich dem Deutsch-Französischen Ministerrat gewidmet.

Dass gestern in der deutschen Hauptstadt zum 17. Mal die Minister beider Re­gie­run­gen zu einer großen Kabinettsitzung zusammengekommen waren, hatte dem früheren Europaabgeordeneten Cohn-Bendit zu­nächst als Anlass gedient, konkrete Vorschläge für eine intensivere deutsch-französische Zusammenarbeit zu machen. Der in Frankfurt/Main geborene Politiker (Grüne/Les Verts) widersprach sofort der Ein­las­sung des Moderators; Sotto hakte nach und befand, Grie­chisch oder Latein zu lernen sei doch weitaus sinnvoller.

Der Deutsch-Französische Kulturrat, dem der Vorfall durch ein Interview des Kul­tur­sen­ders Arte am späten Vormittag zur Kenntnis gebracht wurde, wendete sich mit einer offiziellen Beschwerde an die fran­zö­si­sche Medienkontrollbehörde CSA. Die fran­zö­si­sche Kulturministerin Fleur Pellerin und ihre deutsche Amts­kol­le­gin, Staats­mi­nis­ter­in für Kultur und Medien Monika Grütters, richteten umgehend eine ge­mein­sa­me Protestnote an den Privatsender.

Thomas Sotto, so war aus Redaktionskreisen von Europe 1 im Laufe des Tages zu vernehmen, bedauere seine verbale Entgleisung. Der Journalist soll angesichts des mas­si­ven Einspruchs angekündigt haben, binnen Wochenfrist eine im Hörfunk über­tra­ge­ne Redaktionssendung auf Altgriechisch oder Latein abhalten zu wollen. Anderenfalls sei er dazu bereit, seinen Familiennamen in Sottise abzuändern.


Link: Klick, ab 2'08'', Originalzitat: J'ai essayé d'apprendre l'Allemand deuxième langue, j'ai pas encore trouvé grand chose dans la vie qui serve moins que l'Al­le­mand. ("Ich habe versucht, Deutsch als zweite Fremdsprache zu lernen und habe festgestellt, dass es nichts Unnützeres gibt als Deutsch.")
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Illustration: Europe 1

Dienstag, 31. März 2015

Wasser

Welcome, bienvenue, hier bloggt eine Dolmetscherin und Übersetzerin über ihren Berufsalltag. Meine Sprachen sind Französisch (als Ausgangs- und Zielsprache) und Englisch (Ausgangssprache). Ich arbeite in Paris, Berlin, Köln und dort, wo Sie mich brauchen.

Nachtrag zum Interviewdolmetschen: Was fällt mir in Ministerkreisen auf, für die ich gerade tätig bin? Das Catering wird wieder einfacher.

Auf der untersten Ebene sind die Mittel knapp, entsprechend mager ist mitunter die Auswahl des Dargebotenen. Auf Staatssekretärsebene können Wünsche ge­äu­ßert werden, dann kommt jemand vom Catering-Service rein, wie es auf gut Deutsch heißt, und bringt vorbei, was das Herz begehrt.

Teekanne mit Stövchen
Tee gab's erst wieder nach der Arbeit
Hier aber, mit dem Verteidigungsminister, liefert der majordome, der Butler, nur eine karge Auswahl, es sind Kaffee und Wasser, um genau zu sein, man hilft sich selbst (oder einander), die mehr nur gehauchte Frage nach einem grünen Tee verhallt ungehört. Jede weitere Störung ist zu vermeiden. Der Journalist hat alles schon aufgebaut, die Zeit sitzt allen im Nacken, der Minister muss gleich wei­ter­rei­sen, um in der Mitte Berlins beim deutsch-französischen Ministerrat sei­nes­glei­chen zu treffen.

Das Wort majordome verwirrt mich als Be­griff immer leicht, denn es klingt ja ganz so, als stecke das Wort "Major" darin.

Was [ma.ʒɔʁ.dɔm] ausgesprochen wird, kommt vom Lateinischen "maior domus", dem Chef des Hauses oder der Domäne, alles klar, den majordome und seinen Major eint, dass beide der jeweilige Boss sind. Heute bekommt jedenfalls ein hoher Militär, dessen Rang sich mir aus den Tressen nicht erschließt, ich­hab­nich­je­dient, aus gefühlt behandschuhten Butlerhänden etwas gereicht, da treffen Sphären aufeinander.

Und statt des mir zugeteilten Kaffees suchen meine Augen die Tafel nach Wasser ab, sans bulles, flüstere ich nebenbei, "ohne Sprudel", dann serviert mir der Herr Minister persönlich; ein kurzes merci, und schon geht's weiter.

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Foto: C.E. (Archiv)

Montag, 30. März 2015

Vor- und Nachbereitung

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Marseille und dort, wo man mich braucht. Der Schreib­tisch einer Dolmetscherin ist oft auch mobil, und Vorbereitung ist die halbe Miete. Heute wieder: Blick auf den Schreibtisch.

Vor einem Ladengeschäft sitzt eine junge Frau mit dem Klapprechner an einem improvisierten Tisch
Das "Terrassenbüro", gesehen in Neukölln
Montag um acht ist ein denk­bar schlechter Termin, um ein Interview zu verdolmetschen. Vor allem der Montag nach einer Zeitumstellung an ei­nem schlechtwettrigen Wo­chen­en­de, wo es kaum Spaß gemacht hat, sich draußen auszupowern. So schlecht, dass der mobile urban wri­ting-Desk mehr eine Wunsch­vor­stel­lung oder eine Art Heraufbeschwörung ist.

Und nein, auf dem abgebildeten Fahrrad habe ich mich nicht zu nachtschlafener Zeit im Straßen dem Straßenverkehr ausgesetzt. Es gibt Tage, an denen ich meinen Kunden mit der Rechnung die Taxiquittung mitschicke. Notiz an mich selbst: Ab 2016 mit der Zeitumstellung schon Donnerstag oder Freitag anfangen, je­den­falls mit der vorgezogenen Zubettgehzeit.

Welche Themen liegen auf dem Schreibtisch?
  • Nordafrika, der vereiste Frühling der Demokratie
  • Flüchtlingspolitik
  • Sanitäre Situation in den Flüchtlingscamps der sogenannten Dritten Welt
  • Waffenlieferungen in Krisenregionen
  • Deutsch-französische Beziehungen
  • Zukunft des Euro
  • Französische Tax credits (crédits d'impôts) für ausländische Dreh­ar­bei­ten im Hexagon (ab 01.01.2016)

Die Dolmetscharbeit besteht übrigens zum größeren Teil aus Vor- und Nach­be­rei­tung, auch wenn manchmal ein Thema dabei ist, das ich aus dem Effeff be­herr­sche, so frische ich doch immer die Kenntnisse auf. Die sichtbar beim Kunden ver­brach­te Zeit ist wie die über die Was­­ser­­ober­­flä­­che her­aus­ragende Spitze des Eis­bergs: Ohne großen Eisblock darunter gibt es sie nicht.

Interviews zu dolmetschen ist immer wie eine große mündliche Abschlussprüfung zu bestehen. Die Themen beschäftigen mich im Zusammenhang mit der Sprach­ar­beit für ein Interview, Hintergrundgespräche und ein Seminar.

Dabei würde ich heute Abend viel lieber in Berlin auf die Filmpremiere eines fran­zö­si­schen Films gehen und hätte dortselbst am liebsten auch Film­ge­spräch und zu­vor die Pres­se­in­ter­views gedolmetscht so­wie am Electronic Press Kit mitgearbeitet. Aber das ist leider heutzutage fest in der Hand der berichterstattenden Jour­na­lis­ten, wobei dabei eher (meistens) sinngemäß und verkürzend übertragen wird. Schade. (Auch das ein Verfall der Pres­se­ethik, siehe dazu die Debatte über die Medien der letzten Woche.)

Vokabelnotiz
die Spitze des Eisbergs — la partie émergée de l'iceberg (wörtlich: siehe oben)


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Foto: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 25. März 2015

Geoblocking

Bon­jour, hel­lo und sa­lut ... auf den Sei­ten die­ses Blogs. Hier schreibt ei­ne Dol­met­scher­in und Über­setzerin über ihren Alltag in Berlin, Paris, Köln und dort, wo sie gebraucht wird. Ich bin Teil eines Netz­werks von Freiberuflern.

Die Kollegin in Berlin möchte sich darauf vorbereiten, für einen deutschsprachigen TV-Sender französische Berichterstattung aus den Alpen, Pressekonferenzen und ähnliches zu verdolmetschen. Sie würde sich darauf gerne zuhause vorbereiten (wie wir das im­mer machen) und sucht aktuelle Informationen aus dem Rundfunk.

Wie leider so oft streiken etliche Redaktionen von Radio France, Hörfunk kann also ver­nach­läs­sigt werden. Beim Versuch, in Berlin übers Internet TV-Nachrichten zu se­hen, wer­den dann gerne Bilder wie dieses angezeigt:

Aus rechtlichen Gründen kann dieses Video in Ihrer Region nicht angeboten werden
Darstellung in Berlin
Zweite Möglichkeit: Erst läuft ein Werbefilm, der immer dann blockiert, wenn "in der Zwischenzeit" ein anderes Fenster geöffnet wird, der also angesehen werden muss, worauf die TV-Nachrichten des Vorabends (und nicht der Mittagsausgabe) erscheinen. Das ist alles schrecklich retro und folgt dem Weltbild mit in­ner­eu­ro­pä­ischen Grenzen und unterschiedlichen Länderwährungen! (Wenn sich Dol­met­scher auf­re­gen, dann vorsichtig.)

Kurzfristige Umgehung: Über Skype bekommt die eine Kollegin Einblick auf den Bildschirm der anderen Kollegin, die sich in Paris aufhält, die dann aber selbst nicht am Rechner weiterarbeiten kann.

Fachmann und Archivbilder aus dem Cockpit
Darstellung in Paris
Diese Formen der Arbeitsbehinderung sind auf jeden Fall alles andere als spaßig. Was macht die nicht so technikaffine Sprachdienstleisterin? Jemand in ihrem Umfeld müsste einen ihrer Webbrowser so abändern, dass die IP-Adresse eines französischen Proxy-Ser­vers angezeigt wird. Mit einem anderen Browser ließe sich dann weiterhin Pro­gramm aus dem Erstland empfangen. Aber kann das jemand? Und ist das auch le­gal? Muss die Vorbereitung der Kollegin in den nächsten Tagen darunter leiden?

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Illustrationen: France 2 (verändert)
#4U9525

Dienstag, 24. März 2015

Schreibtischarbeit

Bonjour, guten Tag! Sie haben die Seite einer Übersetzerin und Dolmetscherin für die französische Sprache angeklickt. Ich lebe und arbeite in Paris und Berlin, meinem Hauptwohnsitz, und ich komme gerne dorthin, wo Sie mich brauchen.

Wenn ich nicht gerade Drehbücher oder Fi­nan­zie­rungs­plä­ne von Filmen übersetze, in der Kabine sitze oder mit Kunden Fa­bri­ken oder Kran­ken­häuser besichtige, sitze ich am Schreibtisch. Dort dürfen Sie mir jetzt wieder über die Schulter schauen:

Pappschachteln mit Kärtchen vor Stempelkarussell
Vokabel- und Visitenkartenboxen
Ergänzung der Lexik Flugsicherheit ... aus traurigem Anlass;

Vorbereitung eines Termins zum Thema Urheberrecht, Recherchen zum Thema Wohnraum, Bedarf und Gestaltung;

Nachbereitung der Filmuntertitelung einer Kollegin (Korrektorat);

Kostenvoranschläge für die nächsten Tage sowie für Einsätze in den Monaten Juni bis Oktober erstellen;

Wiederholung: Fach­lex­ik Ge­sund­heits­ma­na­ge­ment und Notfallmedizin.


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Foto: C.E.

Westentasche

Bienvenue, guten Tag! Sie sind auf den Ar­beits­ta­ge­buch­sei­ten einer Übersetzerin ge­lan­det, die daneben in Paris, Berlin oder wo immer Sie mich brauchen als Fran­zö­sisch­dol­metscherin für Politik, Wirtschaft und Handel, Kino, Medien und Me­dien­öko­no­mie arbeitet. Blick auf den Schreibtisch: Kuriose Anfragen.

Sachen gibt's! Eben flatterte mir das da in die Mailpost:
Sehr geehrte Frau Elias,
als Fachkundige hoffen wir auf Ihre Empfehlung. Wir haben folgendes Kom­mu­ni­ka­tions­problem: Person A spricht Deutsch und kein Fran­zö­sisch, Person B spricht Französisch und kein Deutsch, A spricht ein wenig Englisch, B fast gar nicht. Welcher Technikübersetzer könnte ihnen hel­fen, sich über ein komplexes Thema erfolgreich zu verständigen? Können Sie uns etwas empfehlen, am besten ein Elektronikteil in Westen­ta­schen­grö­ße?
Vorab vielen Dank ...
Zunächst stolperte ich über das "Fachkundige". Die Anfrager sind Fachkundige, warum fragen sie mich dann, schießt es mir durch den Kopf ... Dann irritierte mich der "Technikübersetzer", geht es hier um jemanden, der Bedienungsanleitungen für technische Geräte übersetzt?

Erst dann dämmerte mir die Naivität (oder Unverschämtheit) der Anfrage.

Und ich dachte über eine Analogie nach. Wie wäre es, einen stadtbekannt guten Pizzabäcker nach einer Marke aus dem Segment der Tiefkühlpizzen zu fragen? Der Vergleich hinkt, weil TK-Pizzen, so schlecht sie auch sein mögen, doch wohl ir­gend­wie sättigen. Der Vergleich hinkt allerdings nicht für Gourmets.

Oder einen Reparaturbetrieb für Markenautos nach dem Schrauber am Stadtrand fragen. Hinkt auch, hier geht's in beiden Fällen um Menschen.

Die Autoren der Mailanfrage gehen davon aus, dass komplexe Themen mit Westen­ta­schentranslatoren zu bewerkstelligen sein könnten. Ich fürchte, hier sind Leute mit ein Paar Übersetzungsspielereien mit Microsofttranslator im Rückstand.

Pierre Cardin am Brandenburger Tor
Für derlei ist Sprache viel zu komplex, mehrschichtig, paradox, kulturabhängig.
Sorry, ich wiederhole mich. Ein Handyhersteller warb mal damit, dass sein Gerät Sätze wie: "Ich heiße Pierre und komme aus Paris" fehlerfrei in andere Sprachen übertagen sollte. Es scheiterte indes an: "Könnten Sie mir bitte sagen, wie dieses große Bauwerk heißt?"

Meine Antwort: Ich bin Fachkundige für simultanes Dolmetschen und empfehle, wenn Ihnen der Austausch der Personen wichtig ist, eine Kollegin, die sehr tech­nik­affin ist und viele Jahre in einem Ingenieurbüro gearbeitet hat. Wenn Sie mir das ge­naue Feld mitteilen könnten, um das es geht — vielleicht passt es ja.

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Foto: C.E. (Archiv)

Montag, 23. März 2015

Die Extras

Willkommen et bienvenue beim Arbeitstagebuch einer Französischdolmetscherin und -übersetzerin aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Ich arbeite in Paris, Bordeaux, Berlin oder Köln, kurz: überall dort, wo ich gebraucht werde. Meine Arbeitssprachen sind Deutsch, Französisch und (passiv) Englisch. Heute: Wo­chen­end­rückb­lick.

Freitags um eins macht jeder seins, den Spruch kenne ich am ehesten aus dem Osten Deutschlands, wo sich das Gros der Bevölkerung an Wochenenden und im Urlaub deutlicher von den Pflichtveranstaltungen des Arbeits- und Aus­bil­dungs­le­bens abgesetzt hat, als es in der westdeutschen Republik der Fall war.

Freitag um eins, kurz vorm Verlassen des Büros, fiel einem unserer Kunden ein, dass da noch eine Vorlage zu Montag zu übersetzen sein müsste, schaute im di­gi­ta­len Ordner nach und wurde fündig. Wenig später war klar, dass der obenstehende Satz häufig nicht für Freiberufler gilt. Und das ist jetzt keine Beschwerde, sondern lediglich eine Feststellung. Wer hier aus den Reihen der Schüler und Studenten mit­liest: Freiberuflichkeit bedeutet, oft unkonventionelle Arbeitszeiten zu haben. Und dann zählt auch nicht, dass der Geburtstag der besten Freundin oder ein Well­ness­wo­chen­en­de auf dem brandenburgischen Schloss auf dem Programm gestanden hatte.

Noch ein Kunde meldete sich kurz vor eins: Der Veranstalter einer zweitägigen Schu­lung, die im Juni in einer deutschen Stadt stattfinden soll. Er bat mich, für zwei Sprachen das auf das Fachthema am besten spezialisierte Kabinenpersonal zu finden, dann geriet er ins Stottern. Ich hakte nach. Leider, meinte er, müssten wir mit etwa 2/3 von dem auskommen, was in den Vorjahren an Honoraren dafür geflossen war.

Dolmetschpult auf Sendung
Vorsichtig frage ich nach den Hintergründen. Mein Kunde berichtet, dass es daran läge, dass die Dolmetscherkabinen so exorbitant teuer geworden seien. Ich bitte um Details und erfahre, dass ein re­nom­mier­tes Hotel meinem Kun­den angeboten hat, ihm nicht nur die hoteleigenen Kon­gress­räu­me zu vermieten, sondern auch die Technik zu stel­len.

Für diese Extra-Dienstleistung wollte sich nun das vielsternige Be­her­ber­gungs­un­ter­neh­men einen Aufschlag von 100 % der Kosten von Kabinen und Funkstrecke mit Endgeräten genehmigen. Leider erlebe ich so etwas nicht zum ersten Mal.

Daraufhin habe ich dann die mir bekannten Preise aufgezählt und Kon­fe­renz­tech­nik­an­bie­ter empfohlen, die vor Ort ansässig sind. Das Ergebnis: Mein Kunde strich das Angebot des Hotels zusammen, kümmert sich nun selbst um die Kabinen und schlägt uns heute dann per Mail vor, nach vielen Jahren Zusammenarbeit bei un­ver­än­derter Vergütung doch mal wieder die Honorare zu erhöhen. Was für ein schöner Wo­chen­an­fang!

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Foto: C.E.

Sonntag, 22. März 2015

Fest der französischsprachigen Welt

Bonjour, guten Tag. Ganz gleich, ob ich in Paris oder Berlin bin, Sie können mich auch kurzfristig für Einsätze anfragen, denn ich bin Teil eines Netzwerks aus qua­li­fi­zier­ten Freiberuflern. Derzeit bereite ich mich auf eine Kon­fe­renz und eine Drehreise vor. Terminanfragen erreichen mich am besten per Mail und per Mo­bil­te­le­fon.

Was macht die Dolmetscherin und Übersetzerin (außer sich um eilige Kunden zu kümmern)? Sie geht auf einige Stündlein feiern. Am Samstag wurde die Fran­ko­pho­nie gefeiert, und zwar im Centre Français de Berlin. Und dort gab es nicht nur vie­le französischsprachige Informationen, Filme und Diskussionen, sondern neben Es­sen und Trinken, Märchen- und Musikateliers für die Kleinen auch ein schönes Kon­zert! Das Publikum durfte sich dabei als Chor betätigen. Mitsingen ist Eh­ren­sa­che, zumal wir dabei einige afrikanische Sprachen kennenlernen durften.

Das diesjährige Fest stand unter dem Motto "Frankophonie und Solidarität". Die Ver­an­stal­tun­gen waren zwar rappelvoll, aber überall herrschte eine fröhliche, res­pekt­vol­le, zugewandte Stimmung! Das hat mir besonders gefallen. Von der Ki­no­- und Veranstaltungsbühne des Centre stammt mein Sonntagsbild mit Sister Fa und ihren Musikern. Merci beaucoup !

Bühne in blauem Licht
Berlin-Wedding, Müllerstraße
Es hatten eingeladen:
Belgien, Benin, Burkina Faso, El­fen­bein­küste, Föderation Wal­lo­nie-Brüssel, Frankreich, Ga­bun, Griechenland, Haïti, Ka­na­da, Kap Verde, DR Kon­go, Libanon, Luxemburg, Ma­da­gas­kar, Mali, Marokko, Ni­ger, Qué­bec, Ruanda, Schweiz, Se­ne­gal, Togo, Tschad, Tunesien.

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Foto: © 2015 Peter Panorama Pictures