Samstag, 30. August 2014

Bonjour

... und willkommen! Hier finden Sie (ohne Nennung von Betriebsgeheimnissen) kleine Ein­­blicke in mei­nen All­­tag — und können mehr über Sprachberufe erfahren.

Ich biete an:
C. Elias, +49 (0) 172 499 8902
— bilaterales DOLMETSCHEN DE ⇆ FR und aus dem Englischen mit den Schwerpunkten Poli­tik, Soziales, Wirtschaft, Luxusgüter, Medien, Kino, Film- und Kul­tur­­wirt­­schaft, Aus- und Fortbildung, deutsch-französische Be­zie­hun­gen und Landeskunde, (In­nen-)Ar­chi­tek­­tur und Ur­ba­nis­mus, Literatur, Ge­schich­te Berlins und der DDR, Afrika (Wirt­schaft und Soziales)
ÜBERSETZEN ins Deutsche, z.B. Dreh­buch, Förderantrag, Katalog, Korrespondenz
— bei Konferenz, Filmdreh, Verhandlung usw.
— für Politiker (*), Wissenschaftler, Fir­men- und Pri­vat­kun­den, Filmmitarbeiter usw.

und andere zielgerichtete Kommunikation mit interkulturellem Bezug:

— Untertitel, Übertitel (Theater), Schreiben von Sprecherkabinentexten
— Erstellen und Lektorat von Audio­des­krip­tion­en sowie von Untertiteln für Hör­­geschädigte (in Zusammenarbeit mit einer langjährigen Regieassistentin)
 — Texten, Rewriting und Recherche auf Anfrage. Als Autorin/Koautorin war ich bislang namentlich an drei Büchern beteiligt.


Hier, zu welchen Inhalten ich 2013 aktiv war plus einige Referenzen.
Gerne erstelle ich ein kostenfreies Angebot! Auch unter caroline[at]adazylla.de können Sie mich erreichen. Unabhängige Dolmetscher, keine Makler oder Agentur! Interprète indépenante, pas d'agence  ! Berlin, Französisch, Deutsch, Simultandolmetschen, Konferenz, VIPs, Untertitel, Begleitdolmetschen, simultan, synchron, konsekutiv, Beratung, conférence, français, allemand, Hambourg, Cologne, Munich, Paris. 
(*) und selbstverständlich jeweils auch die -innen!
______________________________
Foto: Friederike Elias

Mittwoch, 27. August 2014

Küchenreden

Will­kom­men auf den Sei­ten mei­nes Ar­beits­ta­ge­buchs. Sie lesen gerade im ersten Blog Deutschlands aus dem Inneren der Dolmetschkabine. Sollten Sie zum ersten Mal hier sein: Mancher Begriff ist farbig markiert, das sind "Links", die zu anderen Artikeln führen.

Eine Dame ruht am Flughafen auf einer Bank, die Reisetasche dient als Kissen
Warten am Flughafen
Auch im Urlaub lese ich Zei­tung. Und wie. Bei dem, was da gerade in Berlin und Paris ab­geht, kein Wunder. Wäre jetzt Konferenzzeit, würde ich mich auch für isländischen Lavastrom interessieren, würde Bár­ðar­bun­ga und Eja...sonst­was­küll auszusprechen üben, so: [ˈɛɪjaˌfjatl̥aˌjœkʏtl̥], und das nicht nur des möglicherweise stark eingeschränkten Flug­ver­kehrs we­gen.

Ja, es ist immer nützlich zu wissen, auf wen wir eigentlich schimpfen dürfen. Wichtig ist dieses Wissen wegen aktueller Anspielungen in Reden, die dann gerne zum roten Faden auf Konferenzen werden. Manchmal wird aber gar nicht auf Tagesaktualität angespielt, ein gewonnenes Fußballmatch zum Beispiel, sondern ein Begriff mutiert zum Ball, der immer hin- und hergeht. Mit Grausen erinnere ich mich an les atomes crochus (in etwa: 'die Chemie stimmt') auf einer dreitätigen Ver­an­stal­tung, die das Publikum zunehmend entzweite und uns Sprachmittlern graue Haare wachsen ließ.

Das mit der Chemie bilden die Franzosen mit aneinandergeketteten Ato­men ab, und da es auch um Energie und Physik ging, lautete die erste Übertragung (nicht von mir) etwas mit: "die Atome sind eng verbunden", worauf dann einige der Deutschen von der Einzigartigkeit von Atomen und atomaren Kettenreaktionen wei­ter­spra­chen und die Franzosen irgendwann eine Anspielung auf ihre Ener­gie­po­li­tik darin sahen. Das Ganze fand wohlgemerkt außerhalb des gesteckten Rahmens statt, nämlich immer bei den Ein- und Überleitungen.

Andere Deutsche führten auf der Konferenz, nachdem später "die Chemie stimmt" zu hö­ren ge­we­sen war, allerlei Chemiebilder weiter à la chemische Reaktion, Ab­sto­ßung und derlei — und waren am Ende ziemlich überrascht, als sie merkten, dass es auf französischer Seite (wegen der vermeintlichen Kritik an der fran­zö­si­schen Atom­po­li­tik) grummelte.

So kann's kommen. Wir Dolmetscher sind natürlich daran Schuld, wir nehmen das gerne auf uns, auch wenn's eigentlich die Sprache war und die vermaledeite Technik. Warum können wir nicht auch noch mit Untertiteln dolmetschen? Oder mit Fußnoten?

Jetzt bin ich ja ganz von der Küche abgekommen. Ich müsste im Privatleben wohl manchmal auch mit Fußnoten sprechen. Was bei mir parallel im Kopf geschieht, ist komplex, und manchmal weiß ich nicht, was jetzt an die "Arbeitsoberfläche" soll und was nicht. Außer in der Küche. So, wie ich jetzt die Hintergründe der Rück­trit­te in Paris und Berlin gelesen und die Politik verfolgt habe, bin ich bestens vor­be­rei­tet. Ich kenne das Personal und alle Dossiers, an denen es hakelt (naja, fast), und ich könnte bequem diverse Reden dazu verdolmetschen (Rücktritt, wert­schätz­en­der Kommentar, Kritik, Kampfesrede im Rahmen der Nach­fol­ge­gra­ben­krie­ge, historische Einordnung ...).

Und wie bereiten wir Dolmetscher uns vor? Durch Lesen, Hören, Sehen, ja, aber auch durch Sprechen. Im stillen Kämmerlein übe ich schon mal die möglichen An­sprachen, versetze mich jeweils in eine Person hinein und lege los. Wenn ich das wirklich Gesagte später in den Medien höre, bin ich oft überrascht, wie nah ich am Original war. Dazu passt ein alter Witz aus der Gasse hinter den Kabinen: "Wenn Redner X sein Flugzeug verpasst hat, kein Problem, wir dolmetschen die Rede ohne ihn!" Denn wir sind durch die intensive Vorbereitung bestens vorbereitet. Wie heißt es doch bei den Schauspielern? We're paid for waiting, performance is for free! Während das darstellende Fach fürs Warten bezahlt wird und umsonst agiert, werden wir im Grunde für die Vorbereitung bezahlt.

Und uns fallen auch Leerstellen in den öffentlichen Reden auf.

Blick in die Nachbarkabine
Vokabelabsprachen in der Pause
Wie gesagt, wir versetzen uns in alle Parteien hinein. Mich wundert, dass noch niemand in Frankreich, oder aber, ich habe es noch nicht gehört, der deutschen Kanzlerin das da vorgeworfen hat: "Frau M., Ihr Land ist nicht nur Ex­port­welt­meister von Wirt­schafts­gü­tern, es ist auch Ex­port­welt­meister von Kin­der­ar­mut!" Das nur mal so am Ran­de.

Ich weiß nicht, ob es allen Dolmetschern so geht mit dem Üben, aber bei mir ist das so. Meine Töpfe und Pfannen, wahlweise auch die Blumen auf dem Balkon und im Garten oder die Bücher und Gemälde im Arbeitszimmer, können ein Lied davon singen.

______________________________  
Foto: C.E.

Montag, 25. August 2014

Aktueller Hörfunktipp

Bienvenue auf den Blogseiten aus der Welt der Sprachen, des Übersetzens und Dolmetschens.

Hörfunktipp: Heute um 18.40 Uhr geht es im Deutschlandfunk in der Sendung "Hintergrund" (Link zur Reihe) um folgendes Thema: "Bedroht und im Stich gelassen —  Was aus den afghanischen Bundeswehrhelfern wurde" (Link zur Sendung, die auch im Nachhinein angehört werden kann).

Die Sendung nimmt u.a. die Schicksale von Dolmetschern in den Fokus. 

Passend hierzu: Der Appell der Dolmetscher und Übersetzer zum Schutz von Sprach­mitt­lern in Konfliktzonen: Klick! Der Text wurde Anfang August in Berlin beim 20. Weltkongress der Fédération Internationale des Traducteurs ver­ab­schie­det.

Am Kongress habe ich teilgenommen. Vor Ort habe ich zusammen mit vielen anderen getwittert und werde noch ausführlich darüber publizieren.


______________________________  
Illustraion: FIT

Sonntag, 24. August 2014

Sommergruß

Hallo, herzlich willkommen auf den Seiten des ersten Blogs Deutschlands aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Wochenenden und Urlaub dienen der Erholung. Daher pausiert der Blog ein wenig. Im September geht's im alten Rhythmus weiter.

Während die Mitbewohnerin die Blumen gießt ... ist Ruhe ins Büro eingekehrt. Eine Stunde täglich gehört dort dem Bearbeiten von Anfragen für die Herbstsaison, das eine Kollegin übernommen hat. Sie erreichen uns über die bekannten Kanäle.


______________________________  
Fotos: C.E.

Sonntag, 17. August 2014

Mobiler Leser

Willkommen auf den Seiten meines virtuellen Arbeitstagebuchs. Hier schreibe ich über den Berufsalltag von Sprachmittlern, über Sprache, kulturelle Unterschiede und Bildungstehmen.

Aus der Reihe: Menschen, die draußen lesen ... Als ich dieses Foto geschossen habe, war es noch südlich heiß in Berlin. Nach sieben (?) Wochen Rekordsommer ist es leider seit etwa acht Tagen kühl. Sieht fast so aus, als hätte ich den jungen Mann bereits einmal fotografiert, nämlich hier.


______________________________  
Foto: C.E.

Samstag, 16. August 2014

Autolinks

Bonjour und bienvenue auf meinen digitalen Arbeitstagebuchseiten. Ich bin im Bereich Sprache tätig, genauer: Ich übersetze und dolmetsche fran­zö­sisch­spra­chi­ge Inhalte und aus dem Englischen. Sommerzeit ist Urlaubszeit. Derzeit verbringe ich nach der eigenen Reise diesen höchst aktiv mit Besuchsgästen und einer grö­ße­ren Schreibarbeit über das Übersetzen und Dolmetschen.

Im September geht es hier im re­gel­­ßi­gen Tur­nus (täg­lich au­ßer frei­tags) wei­ter. Zwi­schen­durch erreichen mich wunderbare Links, die hier auch rasch geteilt werden sol­len. Denn die nächste car clinic, in der Erlkönige von po­ten­tiel­len Kunden in Au­gen­schein genommen werden, kommt bestimmt.
Link: Autovokabular.

______________________________  
Foto: C.E. (Archiv) Wird das Bild in ein zwei-
tes Fenster geladen, lässt es sich vergrößern.

Sonntag, 10. August 2014

Durchatmen

Welcome, bienvenue auf den Seiten des ersten Weblogs Deutschlands aus dem Inneren der Dolmetscherkabine.

Kurze Sendeunterbrechung wegen des Bilderbuchsommers in Verbindung mit Kon­gress­tä­tig­keit und damit zusammenhängender Berichterstattung. Hier geht's dem­nächst weiter, die letzten Tage werden nachgetragen. Zur Stunde heißt es: tief durch­at­men in idyllischem Grün!


Efeu, Erde und zart geformte Blätter, die Schatten werfen
 
______________________________  
Foto: C.E.

Montag, 4. August 2014

Dolmetschen bei der Eheschließung

Was Sie hier durch­­blät­­tern, lie­­be Le­­ser­­in, lie­­ber Le­­ser, ist mein di­­gi­­ta­­les Ar­beits­­ta­­ge­­buch. Ich be­schäf­ti­ge mich täg­lich mit Spra­chen und Inhalten, und zwar als Dol­met­scher­in und Übersetzerin.

Zwei Ringe in einer herzförmigen Porzellanschale
In hellen wie in dunklen Zeiten
Zwei Dolmetschsituationen für Eheschließungen kann ich dieser Tage ver­glei­chen. In einem Fall hat eine Grund­schul­leh­rer­in ihren lang­jäh­ri­gen Le­bens­ge­fähr­ten ge­hei­ra­tet, ei­nen Musiker aus dem Senegal, damit er endlich sei­nen Auf­ent­halts­sta­tus klären kann. Er ist stu­dier­ter Musiker und möchte Lehrer wer­den. Gerade inten­si­viert er sein Deutsch­lern­pro­gramm.

Er kann sehr gut mit jungen Menschen umgehen und sie motivieren. In Frankreich hat er zudem ein Physikstudium absolviert. Die Schüler, die er später unterrichten wird, können sich freuen! Bis sein Deutsch gut genug fürs Re­fe­ren­da­riat ist, er­nährt Ma­dame ihren Liebsten. Ich kenne die beiden über einen Chor. Ich gehe also dol­met­schen, lasse mich nicht bezahlen, bringe einen Kuchen mit und be­tei­lige mich am Hochzeitsgeschenk des Chors. Am Ende drängt mir die Mutter der Braut einen Schein auf. Die Tochter sagt mir augenzwinkernd, dass sich das wohl nicht ver­mei­den ließe. Wir entscheiden gemeinsam, dass wir das Geld Menschen spen­den, die wirklich in bitterer Armut leben.

Die zweite Hochzeit ist zunächst eine Anfrage: Die Autorin der Mail ist dreisprachig und arbeitet im Bereich Öffentlichkeitsarbeit eines großen Wirt­schafts­un­ter­neh­mens. Sie bietet mir 50 Eu­ro für das Dolmetschen einer Zeremonie für aus­län­di­sche Gäste an, die 40 Mi­nu­ten dauert. Erstens mag ich es nicht, wenn mir Kunden meinen Preis vorschreiben. Ich bin Freiberuflerin, und andere Freiberufler wie Ar­chi­tek­ten und Anwälte werden natürlich in solchen Situationen gefragt, was sie denn berechnen werden.

Zweitens hat die Dame nicht bedacht, dass der Ort der Eheschließung für mich am anderen Ende der Stadt liegt. Ich antworte, dass ich zwar regelmäßig vergüns­tig­te Tarife an­bie­te, mir dieses aber nur deshalb leisten kann, weil Kun­den, die re­gu­lä­ren Kar­rie­ren nachgehen, in der Regel normale Sätze zahlen.

Beispielrechnung mit einmal programmierter Maske




Hm, der erzwungene Umbruch funktioniert hier nicht, wie er soll, direkt hinter einem leinwandfüllenden Bild. Also behelfe ich mich mit weißem Blindtext. 
Als Antwort kommt kein weiterer Vorschlag, sondern die Bitte, ihr meinen Preis zu nennen. Ich kalkuliere nach Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) und berechne, wie es das Gesetz vorsieht, auch Wege, Wartezeiten und Co. sowie das Fahrgeld. Leider habe ich seither nichts mehr von der Braut in spe ge­hört.

Tja, dann müssen die Betreffenden wohl in letzter Minute irgendeiner |Agentur| Dol­metsch­mak­ler­fir­ma in die Hände fallen. Die werden für einen halben Tag 450 Euro berechnen und dem/der Dolmetscher/in 180 Euro davon abgeben (oder sowas in der Preislage).

We are not amused. Und weg mit den Ärgergedanken, die mich hier anfliegen. Ich habe zwei neue Präsentationen zu Vorträgen der Konferenz auf dem Tisch, die wir nächste Woche betreuen werden. Weiter im Text!

______________________________
Foto: C.E. (Archiv)